CDU-Ortsverband Gütersloh im Austausch mit Pfarrer Torsten Roland

Tauschten sich über das katholische Gemeindeleben in Gütersloh aus (v.l.): Pfarrer Torsten Roland, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Stefan Roth, stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender Finn-Ole Peters und Vikar Jens Baronowsky.Tauschten sich über das katholische Gemeindeleben in Gütersloh aus (v.l.): Pfarrer Torsten Roland, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Stefan Roth, stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender Finn-Ole Peters und Vikar Jens Baronowsky.

Der CDU-Ortsverband Gütersloh hat Pfarrer Torsten Roland, leitender Pastor der katholischen Kirchengemeinde St. Pankratius, zu einem Austausch über die Situation und Zukunft der katholischen Kirche in Gütersloh eingeladen. Begleitet wurde er von Vikar Jens Baronowsky. Moderiert wurde das Gespräch vom stellvertretenden CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Finn-Ole Peters.

 

Pfarrer Roland, der aus Attendorn stammt, ist seit 2023 in Gütersloh tätig und hat sich nach eigenen Worten schnell in seiner neuen Heimat eingelebt. Nach einer Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann studierte er in München Theologie und Philosophie und fand somit als Spätberufener den Weg in das Priesteramt.

Im Mittelpunkt des Gesprächs bei der CDU standen die aktuelle Arbeit der katholischen Kirche sowie die Herausforderungen, vor denen sie steht. Der Pastoralraum Gütersloh umfasst zehn Kirchen und betreibt sieben katholische Kindertageseinrichtungen. Gemeinsam mit den Gästen wurde über den gesellschaftlichen Wandel, sinkende Mitgliederzahlen und die Zukunft der Gemeindearbeit gesprochen. Dabei wurde das kirchliche Leben in Gütersloh insgesamt in den Blick genommen.

Pfarrer Roland berichtete von einer Reihe ermutigender Entwicklungen. So seien in der Gemeinde vermehrt Wiedereintritte in die katholische Kirche zu verzeichnen. Auch die Zahl der Erwachsenentaufen und Firmungen steige wieder. Zudem engagierten sich mehr junge Menschen als Messdiener. Insgesamt sieht Roland die katholische Kirche in Gütersloh „im Aufbruch“.

Mit Blick auf den Priestermangel machte der Pastor deutlich, dass dessen Ursachen vor allem im gesellschaftlichen Wandel und der veränderten religiösen Prägung vieler Familien liegen. „Es wird in den Familien deutlich weniger gebetet und nur ein kleinerer Teil besucht regelmäßig den Gottesdienst“, so Roland. „Dadurch gibt es weniger Gelegenheiten, eine geistliche Berufung zu entwickeln. Heute entsteht Berufung häufiger durch spirituelle Impulse, beispielsweise über Angebote im Internet.“ Das Zölibat bezeichnete Roland dabei nicht als das zentrale Problem, da auch die evangelische Kirche mit einem vergleichbaren Nachwuchsmangel konfrontiert ist. Das Priestertum von Frauen sei vor allem in Deutschland Gegenstand von Diskussionen. In Gütersloh werden zwei Frauen Aufgaben im Beerdigungsdienst übernehmen.

Ein weiteres Gesprächsthema war der NRW-Tag der Jungen Union, der im Juni in Gütersloh stattfand. Pfarrer Roland hatte dort den ökumenischen Gottesdienst mitgestaltet und lobte die Veranstaltung ausdrücklich, vor allem auch wegen der positiven Atmosphäre während des Gottesdienstes.

Der CDU-Ortsverband Gütersloh bedankte sich bei Pfarrer Torsten Roland und Vikar Jens Baronowsky für den vertrauensvollen Austausch. Das Gespräch habe gezeigt, dass Kirche und Politik trotz unterschiedlicher Aufgaben viele gemeinsame Anliegen verbinden – insbesondere dort, wo es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Förderung des Ehrenamts und die Begleitung der Menschen vor Ort geht.