(V.l.) Uli Dettmann, Heiner Kollmeyer, Wibke Brems, Thorsten Wagner, Norbert Morkes und Maria Unger. (Foto: CDU)
(V.l.) Uli Dettmann, Heiner Kollmeyer, Wibke Brems, Thorsten Wagner, Norbert Morkes und Maria Unger. (Foto: CDU)
Unter obiger Überschrift berichtet „Die Glocke“ über die erste Podiumsdiskussion der Gütersloher Bürgermeisterkandidaten wie folgt:
Von unserem Redaktionsmitglied GERRIT DINKELS - Gütersloh (gl). Es ist das mit Spannung erwartete erste Aufeinandertreffen aller vier Kandidaten für das Bürgermeisteramt bei der anstehenden Kommunalwahl. Eingeladen hat der Verdi- Bezirksverband Bielefeld. Rund 150 Zuhörer aus der Stadtverwaltung, den städtischen Betrieben und der Politik wollen am Mittwochabend hören, was die Bewerber zur Zukunft der Arbeitsplätze zu sagen haben. Viel klüger werden sie am Ende nicht sein.

Eine allgemein zugängliche Ankündigung gab es nicht, politisch Interessierte müssen sich weiter gedulden. Noch steht kein neuer Termin für ein öffentliches Aufeinandertreffen von Bürgermeisterin Maria Unger (56, SPD) mit ihren Herausforderern Heiner Kollmeyer (53, CDU), Wibke Brems (28, Grüne) und Nobby Morkes (57, BfGT) fest.

Die Kandidaten grüssen sich freundlich mit Handschlag, es folgt ein Gruppenfoto für die Lokalpresse, dann nehmen die Kontrahenten in der Reihenfolge wie oben abgebildet Platz. Kollmeyer, Morkes und Unger breiten Unterlagen vor sich aus, Notizen machten sich alle unentwegt. Es geht um die Zukunft des Städtischen Klinikums, der Stadtwerke und der Stadtverwaltung.

Die Moderation hat Thorsten Wagner, Chefredakteur von Radio Lippe. Als Stichwortgeber fungieren die Arbeitnehmervertreter Hermann Lichtsinn (Klinikum, kleines Bild links), Klaus Kittel (Stadtwerke, Mitte) und Andrea Kerkmann (Stadtverwaltung, rechts). Seine Abneigung gegen die Privatisierung öffentlicher Leistungen und Jobs bringt der stellvertretende Leiter des Verdi-Landesbezirks, Uli Dettmann, auf den Punkt.

Und was haben die Kandidaten zu sagen? Beim Klinikum sind sich eigentlich alle – mit mehr oder weniger Skepsis – einig, dass die Chance für eine engere Kooperation, die Rede ist von einer Holding, mit dem St.-Elisabeth- Hospital genutzt werden soll. Wie berichtet, hatte die Verwaltung seit Ende vorigen Jahres hinter den Kulissen erste Kontakte geknüpft. Gelegenheit, sich zu profilieren, gibt es bei dem Thema folglich für keinen der Kandidaten.

Interessanter wird es erst, als sich die Runde den Stadtwerken zuwendet. Kollmeyer und Brems, Partner in der schwarzgrünen Plattform, wissen sich an diesem Abend gewissermaßen auf Feindesland. Kittel beklagt den „Stillstand“ und bezeichnet die gegenwärtige Situation als „im Augenblick sehr unglücklich“.

Wegen des intensiven Wettbewerbs auf dem Energiemarkt sei eine stärkere Kooperation der Stadtwerke (SWG) angesagt, erklärt Maria Unger, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke. „Das ist das Gebot der Stunde“. Allerdings sei die Kooperationsgesellschaft politisch nicht gewollt, so die Sozialdemokratin. Sie verweist auf ein Arbeitspapier der Verwaltung. Heiner Kollmeyer verteidigt die Linie der CDU, die mit dem grünen Partner die Kooperationsgespräche gestoppt hatte. „Wir stehen zu der strategischen Partnerschaft mit Bielefeld“, so der Christdemokrat. Aber ob eine gemeinsame Netzgesellschaft mit den Stadtwerken Bielefeld notwendig sei, müsse sich erst noch erweisen. Wibke Brems sieht in der Eigenständigkeit der Gütersloher die Chance, „dass wir unsere Stadtwerke ökologisch ausrichten können“. Nobby Morkes bezweifelt, „dass die Politik allwissend ist“ und vertraut auf die Expertise der GeschaÅNftsführung und der Mitarbeiter.

Die Zeit ist fortgeschritten, als Moderator Wagner sich dem Thema Stadtverwaltung und Privatisierung zuwendet und von Frage zu Frage hetzt. Nachfragen aus dem Publikum sind nach diversen Zwischenrufen nicht zugelassen, und nach gut zweieinviertel Stunden gibt es freundlichen Applaus. Vortragssaal und Parkplatz leeren sich schnell.

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