Schwarz-grüne "Plattform" will Energieeinsparungen von 30 Prozent in fünf Jahren (26.01.07)

Gut gelauntes Pressegespräch: Stefan Brahms (NW), Michael Delker (WB), Dr. thomas Foerster, Hans-Peter Rosenthal, Wibke Brems und Rudolf Bolte.
Gut gelauntes Pressegespräch: Stefan Brahms (NW), Michael Delker (WB), Dr. thomas Foerster, Hans-Peter Rosenthal, Wibke Brems und Rudolf Bolte.
Mit einem weitreichenden Antrag zur energetischen Sanierung und Optimierung aller kommunalen Gebäude und Einrichtungen in Gütersloh sowie einem Antrag zum Energieverbrauch des neuen Gütersloher Theaters setzt die „Plattform“ ihre Anstrengungen zur Verbesserung des Klimaschutzes auf lokaler Ebene fort. So soll unter anderem ein Konzept zur Reduzierung des Energieverbrauchs um 30% in den kommenden fünf Jahren erstellt werden. Über ihre „energiepolitische Offensive“ haben CDU und Bündnis 90/DIE GRÜNEN heute bei einem Pressegespräch informiert.

Den Antrag an den Hauptausschuss zur 30-prozentigen Energieeinsparung finden Sie hier als pdf-Datei.

Den Antrag an den Kulturausschuss zum Energieverbrauch des neuen Gütersloher Theaters finden Sie hier ebenfalls als pdf-Datei.

Nachfolgend finden Sie zudem den für das Pressegespräch erstellten Erläuterungstext.

Erläuterungen

Von den Folgen des Klimawandels und der Verknappung der Energieressourcen sind wir mittlerweile alle betroffen: Immer häufiger auftretende Wetterextreme und steigende Energiepreise sind nur zwei Aspekte.

Jeder ist zu vernünftigem und verantwortlichem Handeln aufgefordert, wenn es darum geht, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß und den Energieverbrauch zu verringern.

Die Gütersloher Fraktionen von CDU und Bündnis 90/DIE GRÜNEN wollen, dass auch die Stadt Gütersloh noch mehr dazu beiträgt.

Aus diesem Grund haben wir im vorangegangenen Jahr bereits erste Schritte mit einigen Anträgen unternommen:

· Die E-fit-Woche – eine Maßnahme zur Reduzierung des Energieverbrauchs in Verwaltungsgebäuden durch Änderung des Nutzerverhaltens – wurde mittlerweile durchgeführt.

· In einer Stabstelle Energie sollten zentral die Aktivitäten für alle Energiesparmaßnahmen gebündelt werden.

Zum Antrag an den Hauptausschuss: Energetische Sanierung und Optimierung der städtischen Gebäude und Einrichtungen

Im Gebäudebereich schlummert in Deutschland ein enormes Potential: 46% der Endenergie wird in Gebäuden verbraucht. Bestehende Gebäude verbrauchen etwa dreimal soviel Energie zur Beheizung wie Neubauten.

Durch eine konsequente energetische Sanierung der Gebäude könnte nach Berechnungen der deutschen Energieagentur der Energiebedarf in Deutschland halbiert werden.

Dieses Potential soll auch in Gütersloh genutzt werden.

Für öffentliche Gebäude müssen spätestens zum Jahr 2009 Energiepässe erstellt werden, anhand derer der Energieverbrauch und der energetische Zustand des Gebäudes beurteilt werden kann.

Dies soll unserer Überzeugung nach zum Anlass genommen werden, ein Konzept zur Reduzierung des Energieverbrauchs um 30% in den kommenden fünf Jahren zu erstellen.

Modernisierungsansätze und Einsparpotentiale ergeben sich zum einen in der Veränderung des Nutzerverhaltens, zum anderen in allen Bereichen des Gebäudemanagements:

· Beleuchtung

· elektrische Geräte

· Klimatisierung

· Lüftung

· Heizung und Wärmeverteilung

· Warm-Wasser-Bereitung

Eine vielversprechende Möglichkeit zur Realisierung der Energiesparmaßnahmen stellt das Contracting dar.

Hierbei investiert ein sogenannter Contractor in neue und effizientere Energieerzeugungsanlagen oder Energiesparmaßnahmen und verkauft dann beispielsweise Licht, Wärme und Kälte – statt Strom und Gas.

Von den durch die Energieeinsparung erwirtschafteten Gewinnen werden die Investitionen und laufenden Kosten bestritten. Durch ein Contracting beispielsweise bei der Straßenbeleuchtung finanziert der Investor die Mittel, die für eine komplette Sanierung der Straßenbeleuchtung notwendig sind. Durch den in der Folge geringeren Energieverbrauch fließen die Kosten für die Investition innerhalb der Vertragsdauer zurück.

Der in Kürze anstehende Rathausneubau stellt eine Chance dar, Maßnahmen durchzuführen, die gleichzeitig den Energieverbrauch des gesamten Rathauses reduzieren.

Als Idee wurde bereits das Konzept „Gebäude als Kraftwerk“ vorgestellt. Solche Ideen sollen in den Umbau einbezogen werden.

Zum Antrag an den Kulturausschuss: Energieverbrauch des künftigen Theaters

Der Neubau des Gütersloher Theaters bietet die Gelegenheit, noch vor Baubeginn auf eine energiesparende Bauweise zu achten und alternative Energieversorgungssysteme einzusetzen.

Dabei soll und darf keinesfalls auf die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen verzichtet werden.

Entsprechend den Vorgaben der europäischen Gebäuderichtlinie geht es bei diesem Antrag um die wirtschaftliche, technische und ökologische Umsetzbarkeit der zu untersuchenden Möglichkeiten.

Bei den alternativen Versorgungssystemen kann es sich u.a. um Kraft-Wärme-Kopplung, den Einsatz von erneuerbaren Energien, die gemeinsame Wärmeversorgung mit anderen in der Nähe befindlichen Gebäuden und um alternative Kühlsysteme handeln. Hier ist z.B. an die sogenannte adiabate Kühlfassade gedacht.

Neben dem Einsatz dieser Systeme ist auch die Reduzierung des Verbrauchs durch geeignete Materialien denkbar, die das Theatergebäude auf Niedrigenergiehaus- oder Passivhaus-Standard bringen könnte.

Die wirtschaftliche und ökologische Umsetzbarkeit von Effizienzmaßnahmen und alternativen Energieträgern hängt stark von der späteren Nutzungsstruktur ab, aus diesem Grund ist eine umfassende Betrachtung aller Faktoren des späteren Energieverbrauchs unerlässlich.

Gerade die energetischen Besonderheiten des neuen Theatergebäudes würden die architektonischen Besonderheiten und damit den Leuchtturmcharakter des Gütersloher Theaters unterstreichen.

Weitere Ideen im Bereich Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien und Energieeffizienz werden zur Zeit von den Plattformpartnern verfolgt:

· Überprüfung von wirtschaftlicher und technischer Machbarkeit von Energieeffizienzmaßnahmen bei derzeit in Planung befindlichen Gebäuden (bspw. Neubau KiTa Amtenbrinksweg)

· Initiative mit Energieimpuls OWL e.V. zu weiteren Möglichkeiten der Unterstützung von Firmen, die im Bereich Erneuerbare Energien tätig sind

· Vorgaben für Neubaugebiete in Planung

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