Lehrer und Eltern setzen Gespräche mit der Landtagsabgeordneten Ursula Doppmeier zur Zukunft der Realschulen fort (19.11.06)

Gabriele Wittke, Josef Rasche und Lydia Korfmacher (v.l.), als Vertreter der Elterninitiative „Pro Real“, übergaben der heimischen Landtagsabgeordneten Ursula Doppmeier (3.v.l) einen Brief an Schulministerin Barbara Sommer.
Gabriele Wittke, Josef Rasche und Lydia Korfmacher (v.l.), als Vertreter der Elterninitiative „Pro Real“, übergaben der heimischen Landtagsabgeordneten Ursula Doppmeier (3.v.l) einen Brief an Schulministerin Barbara Sommer.
Ihre Gespräche über die Zukunft der Realschulen in Nordrhein-Westfalen haben Eltern-Vertreter der heimischen Schulpflegschaften und Mitglieder des Initiativkreises Realschulen im Kreis Gütersloh jetzt gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Ursula Doppmeier fortgesetzt. Bei einem Treffen in der Osterrath-Realschule in Wiedenbrück übergaben die Eltern der CDU-Schulexpertin einen weiteren Brief an Schulministerin Barbara Sommer, in dem sie unter anderem eine Überarbeitung der ihrer Ansicht nach zu frühen Neigungsdifferenzierung an Realschulen fordern. Bereits im Juni hatten die Eltern als Vertreter der Elterninitiative „pro Real“ Ursula Doppmeier ein Protestschreiben mit rund 5000 Unterschriften gegen Regelungen des neuen Schulgesetzes ausgehändigt.

Gabriele Wittke und Josef Rasche von der Schulpflegschaft der Osterrath-Schule sowie Lehrervertreter bedankten sich ausdrücklich für das Engagement Doppmeiers, den Realschulinteressen bei der Landesregierung Gehör zu verschaffen. Mehr Unterstützung wünschte sich die Landtagsabgeordnete und ehemalige Gütersloher Realschullehrerin in diesem Zusammenhang vom Realschullehrer-Verband NRW.

Nach dem neuen Schulgesetz müssen Realschüler ihre Neigungskurse zukünftig bereits ab der siebten Klasse (bisher achte) wählen. Das hielten Eltern wie Lehrer für verfrüht. Zu diesem Zeitpunkt könnten weder Schüler noch Eltern eine fundierte Entscheidung darüber treffen, welche Fächer in den kommenden vier Jahren einen Schwerpunkt des Unterrichts bilden sollten, so Josef Rasche – zumal manche Fächer bis dahin noch gar nicht unterrichtet worden seien.

Eine ihrer Ansicht nach gerechtere Gestaltung der Schüler-Lehrer-Relation an Realschulen forderte Gabriele Wittke. Mit 21,8 Schülern pro Lehrer stehe die Realschule schlechter da als jede andere Schulform, so die Elternvertreterin. Insbesondere gegenüber Gymnasien und Gesamtschulen seien Realschulen unangemessen benachteiligt. Dass die Hauptschule aufgrund ihrer besonderen Probleme eine bessere Schüler-Lehrer-Relation haben müsse, stehe außer Frage.

Unverständlich war manchem Lehrer auch, dass an Gymnasien eine volle Lehrerstelle 25 Unterrichtsstunden umfasse – an Realschulen aber 28 Stunden erforderlich seien. Das schränke das Überstundenkontingent an Realschulen unangemessen ein, weil an beiden Schulformen Überstunden bis zu einer Gesamtstundenzahl von 30 eingefordert werden dürften.

Vorgeschlagen wurde bei dem Treffen in Wiedenbrück auch, die Schulministerin zu einem Besuch der Osterrath-Realschule einzuladen, um ihr eine alternative Regelung der Neigungsdifferenzierung vorstellen zu können: Die Osterrath-Schule differenziert im Rahmen ihrer Teilnahme am Projekt „selbständige Schule“ erst ab der Klasse neun.

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