Unter obiger Überschrift berichtet "Die Glocke":
Von Martin Neitemeier Kreis Gütersloh (gl). Das ihm zugefallene Erbe von Peter August Böckstiegel will der Kreis als einmalige Chance für sich, die Stadt Werther und die ganze Region nutzen. Bis Februar 2009 sollen die im Erbvertrag verankerte Stiftung gegründet und ein Konzept entwickelt werden, wie das Werk des Expressionisten bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Das hat der Kreistag gestern einmütig beschlossen.

Grundlage der Überlegungen ist die vorliegende Machbarkeitsstudie („Die Glocke“ berichtete). Einer ihrer Autoren, Professor Oskar Spital-Frenking (Lüdinghausen), stellte die Untersuchung im Kreistag vor und sprach sich nachdrücklich für ein unterirdisches Museum auf dem Böckstiegel- Grundstück in der Bauerschaft Arrode in Werther aus. „Das ist eine einmalige Gelegenheit, das Werk und das Leben eines Künstlers so umfassend, lebendig und in einer authentischen Umgebung präsentieren zu können.“ Nur das Wohnhaus Böckstiegels zu nutzen, reiche nicht. Und die Variante, das Haus Werther als zweiten Standort einzurichten, sei aufgrund der räumlichen Bedingungen, der höheren Betriebskosten und vor allem wegen der Entfernung (zwei Kilometer) nicht empfehlenswert. Mit einem unterirdischen Neubau im Hügel am Wohnhaus – geschätzte Kosten neun Millionen Euro – schaffe man räumlich, konservatorisch und sicherheitstechnisch ideale Bedingungen – bei günstigen Betriebskosten.

Die von Politikern geäußerten Sorgen, die Unter-Tage-Lösung könne ein „Betonbunker“, ein „feuchter Keller“ oder „eine dunkle Tropfsteinhöhle“ werden, teilt der Architekt nicht. Um das Umfeld zu erhalten, gebe es nur die „technisch problemlose“ unterirdische Lösung. Etwas anderes habe man nicht untersucht, weil sonst das Wohnhaus untergehe. Museen zögen oft auch wegen ihrer Architektur Besucher an, räumte Spital-Frenking ein. In Werther sei die Situation anders: Das Pfund, mit dem man wuchern könne, sei die Präsentation des Werkes in authentischer Umgebung. „Das ist hochgradig spannend.“ Der Professor rechnet mit jährlich 60 000 bis 80 000 Besuchern. Die geschätzten Betriebskosten von 158 000 Euro hielten einige Kreistagspolitiker für zu niedrig angesetzt. Das könne in der Anfangszeit teurer werden, sagte der Planer, man müsse die Entwicklung abwarten.

Sprecher aller Fraktionen befürworteten das Projekt, machten aber deutlich, dass es finanzielle Schmerzgrenzen gebe und man Engagement unter anderem auch von der Stadt Werther und der Wirtschaft erwarte. Ludger Kaup (CDU) sprach von „drei, maximal vier Millionen Euro an Kreismitteln für Investition und Betriebskosten“. Ähnlich äußerte sich auch Ulla Ecks (SPD). In das weitere Vorgehen soll der Böckstiegel-Freundeskreis eng eingebunden werden.

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