Kommunalwahl 2009 - Heiner Kollmeyer soll Güterslohs Bürgermeister werden (10.05.07)

Der Vorstand des Gütersloher Stadtverbandes hat sich in enger und einvernehmlicher Beratung mit der Ratsfraktion der Gütersloher CDU einstimmig für Heiner Kollmeyer als Bürgermeisterkandidat entschieden. In "euphorischer Stimmung", so Fraktionsvorsitzender Ralph Brinkhaus, sei Kollmeier gestern Anbend vom Stadtverbandsvorstand als Kandidatenvorschlag nominiert worden. Voraussichtlich zum erstmöglichen Zeitpunkt werden die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes Gütersloh im Sommer 2008 abschließend über die Kandidatur Heiner Kollmeyers entscheiden. Nachfolgend finden Sie die aktuelle Berichterstattung der drei Gütersloher Lokalzeitungen "Die Glocke", "Neue Westfäliche" und "Westfalen-Blatt":

"Die Glocke": Kommunalwahl 2009 - CDU setzt auf Kreislandwirt Heiner Kollmeyer
Von Gerrit Dinkels - Gütersloh (gl). Die Suche hat ein Ende. Der Vorstand des CDUStadtverbands will Kreislandwirt Heiner Kollmeyer (51) in zwei Jahren bei der Kommunalwahl gegen Bürgermeisterin Maria Unger ins Rennen schicken. Heute soll der Kandidat, der noch von den Mitgliedern des Stadtverbands offiziell nominiert werden muss, in einem Pressegespräch vorgestellt werden.

Einstimmig und „mit großer Euphorie“ hätten die Fraktion und der Vorstand des Stadtverbands Kollmeyer gewählt, sagte der Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus am Abend der „Glocke“. Kollmeyer sei ein Mann mit großer Erfahrung und einem ausgleichenden Wesen, der als Unternehmer auch zupacken könne. Brinkhaus: „Ein guter Mann, und er weiß, worauf er sich einlässt.“

Die Kandidatur sei eine große Herausforderung für ihn und „ich glaube, dass ich eine Chance habe“, sagte Kollmeyer der „Glocke“. Einige Wochen habe er über die Entscheidung nachgedacht. Als selbstständiger Landwirt habe er unternehmerisches Denken und Handeln gelernt. Außerdem bringe er Erfahrungen aus seiner 20-jährigen Verbandstätigkeit mit. Seine Familie trage die Kandidatur mit. Sein Sohn Sebastian (22) stehe bereits in den Startlöchern, den landwirtschaftlichen Betrieb weiterzuführen, wenn es denn soweit sei.

Die mit Spannung erwartete Personalie kommt in diesen Tagen ebenso überraschend wie der Wechsel an der Fraktionsspitze kurz vor den Osterferien. Brinkhaus hatte Rudolf Bolte abgelöst, dem eine zu große Nachsicht mit dem politischen Gegner nachgesagt worden war. Der Name Kollmeyer war bisher außerhalb der Partei nicht gefallen. Als eine mögliche Kandidatin galt die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Paskarbies.

Kollmeyer ist in Gütersloh nicht nur den Landwirten durch seine Funktionärstätigkeit als Ortsverbandsvorsitzender (seit 1987), stellvertretender Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbands (seit 2003) und Kreislandwirt (seit 2005) ein Begriff. Der „Kartoffelhof“ an der Buxelstraße ist weithin bekannt. Kollmeyer sitzt außerdem seit vielen Jahren im Aufsichtsrat der Volksbank.

Vater Heinz Kollmeyer, der im vorigen Jahr bei einem tragischen Unfall im Alter von 82 Jahren starb, war von 1964 bis 1979 ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Gütersloh in einer Zeit, in der es noch einen Stadtdirektor als Verwaltungschef gab. Heiner Kollmeyer soll nun nicht nur in die Fußstapfen seines Vaters treten, sondern auch Bürgermeisterin Maria Unger als Verwaltungschefin ablösen. Aus der Arbeit seines Vaters wisse er auch, was es bedeute, sich mit Menschen und ihren Anliegen zu beschäftigen, sagte Kollmeyer.

„Guter Draht in die Verwaltung“
Der Landwirt Heiner Kollmeyer trat 1997 in die CDU ein. 1999 wurde er bei der Kommunalwahl in seinem Wahlbezirk direkt in den Stadtrat gewählt, dem er seither angehört. Seit 2004 leitet er als Vorsitzender die Sitzungen des Planungsausschusses. „Darüber habe ich schon einen guten Draht in die Verwaltung“, so Kollmeyer. Die Stadtentwicklung vor allem auch in den Außenbezirken liegt dem Landwirt am Herzen, außerdem die Vereinbarkeit von Umwelt- und Wirtschaftsinteressen.

Kollmeyer ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Der jüngste Sohn Manuel (19) hat gestern seine mündliche Abiturprüfung bestanden, was dem Vater ein zusätzlicher Anlass zur Freude war. In fünfter Generation führt der Kartoffelbauer und Schweinemäster den Hof an der Buxelstraße. Außer einer landwirtschaftlichen Lehre verfügt Kollmeyer über Abschlüsse als Staatlich geprüfter Landwirt und als Agraringenieur. Zu seinen Hobbys zählt er Sport (Fußball), Lesen und Radfahren.

Die bis gestern streng gehütete Personalie war am Nachmittag auch im Rathaus schon angekommen. Dort war zu hören, Maria Unger stehe bei der Kommunalwahl 2009 wieder zur Verfügung, sofern die SPD sie aufstelle.


"Neue Westfälische": CDU hat ihr Feld bestellt - Landwirt Heiner Kollmeyer zum Bürgermeisterkandidaten vorgeschlagen
Von Rainer Holzkamp - Gütersloh. Lange Zeit sah es so aus, als sollten bei der nächsten Wahl zum Stadtoberhaupt zwei Frauen das Rennen unter sich aus machen: Amtsinhaberin Maria Unger (SPD) und ihre erste Stellvertreterin Monika Paskarbies (CDU). Umso überraschender kam – auch hinsichtlich des frühen Zeitpunkts – für viele Beobachter die gestrige Weichenstellung bei den Christdemokraten. Der Vorstand des CDU-Stadtverbands hat am Abend doch wieder einen Mann als Bürgermeisterkandidaten nominiert.

Und zwar einen gestandenen. Kreislandwirt Heiner Kollmeyer soll bei der Kommunalwahl im Herbst 2009 den 1994 an die SPD verlorenen Posten an der Stadtspitze für die CDU zurückerobern. Es wäre nicht der erste Bürgermeister aus der traditionsreichen Gütersloher Familie. 15 Jahre lang, von 1964 bis 1979 war sein Vater Heinz Kollmeyer oberster Repräsentant der Kreisstadt. Kollmeyer senior, der voriges Jahr bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist, hatte sich in dieser Zeit hohes Ansehen in der Bevölkerung und über die Parteigrenzen hinweg erworben.

Dem gestrigen Vorstandsbeschluss war offenbar ein parteiinterner Zwei- und Geschlechterkampf vorausgegangen. Lange Zeit schien Monika Paskarbies (53), Sprecherin der CDU im Klinikumsausschuss und stellvertretende Vorsitzende der Gütersloher Frauenunion, die besseren Karten zu haben. Auch in den anderen Parteien und Fraktionen wurde mit ihrer Nominierung gerechnet.

Zwar gab es Stimmen in der CDU, die einer weiblicher Kandidatin im Duell mit Maria Unger die größeren Chancen eingeräumt hatten, doch setzte sich am Ende die Männer-Fraktion durch. Aus dem Umfeld hieß es, die Partei sei noch nicht reif dafür, eine Frau als Spitzenkandidatin aufzustellen.

Zudem sollen alte fraktionsinterne Konflikte eine Rolle gespielt haben. Dabei ging es um Probleme bei dem Bau der Tennishalle am Postdamm. Bauherr: Paskarbies’ Vater, der verstorbene CDU-Ratsherr Werner Bethlehem.

Offiziell äußern will sich die CDU erst heute auf einer Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus. Dann wird auch Heiner Kollmeyer Auskunft über seine Ziele geben.

Der 51-Jährige, auf dem 1923 vom Urgroßvater erworbenen Hof an der Buxelstraße geboren, gehört der CDU-Fraktion seit 2004 an. Nach der letzten Kommunalwahl übernahm er unter anderem den Vorsitz eines der wichtigsten Gremien in der Stadt, des Planungsausschusses. Ende 2005 wurde Kollmeyer, verheiratet und Vater von drei Kindern, zum Kreislandwirt gewählt.

Über seine Bürgermeisterkandidatur muss endgültig die CDU-Stadtverbandsversammlung entscheiden. Die Wahl soll im Mai 2008 erfolgen.

Dass im Jahr darauf seine Hauptkonkurrentin im Wahlkampf Maria Unger (54) heißt, gilt als sicher. Die Bürgermeisterin sagte der NW: „Ich würde gerne wieder antreten. Das Amt macht mir nach wie vor sehr viel Spaß, und es gibt noch vieles, was ich für Gütersloh tun möchte.“ Ein Satz zum CDU-Kandidaten war ihr nicht zu entlocken. Sie sagte nur, dass sie die frühe Nominierung, zweieinhalb Jahre vor der Wahl nicht erwartet habe.

Kommentar: Spannendes Rennen
VON RAINER HOLZKAMP
Ehe das Rätselraten und die Spekulationen richtig losgingen, hat die CDU in der Kandidatenfrage früh, sehr früh für Klarheit gesorgt. Sie hält sich damit nicht nur unliebsame Diskussionen vom Hals, sondern verschafft sich auch Raum für die Sacharbeit, die nicht selten durch quälende Personaldebatten blockiert wird. Und dem Bewerber tut sie damit auch einen Gefallen. Heiner Kollmeyer hat nun alle Zeit bis zur Wahl in zweieinhalb Jahren, sein politisches Profil weiter zu schärfen und noch mehr an Popularität zu gewinnen.

Mit der Nominierung des 51-Jährigen geht die CDU auf Nummer sicher. Bodenständig, sachlich, kompetent, konservativ, das sind Eigenschaften, die einem bei dem Namen schnell einfallen. Und als bedeutender Landwirt im ländlich geprägten Gütersloh hat er ein klassisches CDU-Wählerklientel sowieso auf seiner Seite.

Im Unterschied zu früheren CDU-Bewerbern um den Bürgermeisterposten ist Kollmeyer kein unbeschriebenes Blatt und auch keiner, der stark polarisiert. So gesehen, hatte in den letzten 13 Jahren, also seit mit Maria Unger eine Genossin das Amt besetzt, nur einer halbwegs eine Chance: Das war ihr erster Gegenkandidat Gerhard Piepenbrock. Er hatte 1994 nur das Pech, dass die Debatte um die MVA alle Hoffnungen zunichte machte. 2009 wird es jedoch wieder richtig spannend.


"Westfalen-Blatt": Kollmeyer tritt gegen Unger an - CDU nominiert Spitzenkandidat
Von Stephan Rechlin - Gütersloh (WB). Heiner Kollmeyer (51) wird in zwei Jahren gegen Bürgermeisterin Maria Unger (54) antreten. Der CDU-Stadtverband will die Nominierung des Kreislandwirtes zum Spitzenkandidaten heute bekannt geben

Mit einem Kollmeyer an der Spitze ist Gütersloh schon einmal gut gefahren. Vater Heinz Kollmeyer, der im vergangenen Jahr nach einem tragischen Unfall im Alter von 83 Jahren gestorben war, führte Gütersloh in den Jahren von 1964 bis 1979 als Bürgermeister durch eine von kontinuierlichem Wachstum geprägte Zeit.

Der Nimbus des »Bürgermeistersohnes« dürfte einer der Gründe sein, warum sich Kollmeyer gegen parteiinterne Mitbewerber - unter ihnen der vorherige Spitzenkandidat Burkhard Brockbals und die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Paskarbies - durchsetzen konnte. Kollmeyers Ortsverein ist die Stadtmitte, doch seine »Hausmacht« ist die in Spexard, Kattenstroth, Avenwedde-Friedrichsdorf und Isselhorst ansässige Landwirtschaft. Dort kennt man »den Heiner« nicht erst, seit er vor zwei Jahren zum Kreislandwirt gewählt wurde. Kollmeyer ist mit den Nöten der Landwirte vertraut, kennt die engen Spielräume, unter denen sie ihre Existenzen erarbeiten. Die CDU gewinnt die Wahlen in den Ortsteilen - hier hat Heiner Kollmeyer einen hervorragenden Ruf. Die Zustimmung zum neuen Spitzenkandidaten dürfte den mächtigen Ortsvereinen darum leicht gefallen sein.

Vom Vater dürfte Kollmeyer die innere Ruhe geerbt haben, mit der er auch hitzige Debatten meistert, etwa als Vorsitzender des Planungsausschusses. Es ist die Ruhe, die von der eigenen Scholle ausgeht. Auf den 65 Hektar, die er in Kattenstroth in der Nähe des Wapelbades bewirtschaftet, braucht jede Pflanze ihre Zeit. Und was zu schnell wächst, ist innen hohl. Gut 1200 Doppelzentner Kartoffeln (meist die festkochende Cilena) holen er und seine Frau Magdalene Jahr für Jahr aus dem Boden. Hinzu kommt die Mast von 2500 Schweinen. Die Hofstelle wurde im Jahre 1702 vom Bauern Buxel errichtet. 1890 hatte sie der Urgroßvater des heutigen Spitzenkandidaten erworben. Mit Sebastian (23), einem von drei Kindern, steht die nächste Generation im Startloch.

Neben Rat und Planungsausschuss gehört Heiner Kollmeyer dem Finanz- und Beteiligungsausschuss und dem Grundstücksausschuss an. Im Kreisverband Gütersloh des westfälisch-lippischen Landwirtschaftsverbandes unterstützt er den Vorsitzenden Arnold Weßling (Mitglied der CDU-Kreistagsfraktion) als dessen Stellvertreter. Darüber hinaus gehört Kollmeyer dem Aufsichtsrat der Volksbank Gütersloh an. Im CDU-Ortsverband Gütersloh ist Kollmeyer Beisitzer im Vorstand.

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