Zum angestrebten Verkauf der städtischen Parkhäuser berichtet das Westfalen Blatt:
Von Stephan Rechlin
Gütersloh (WB). Der Einzelhandelsverband hat kein Interesse mehr an einem Erwerb der Gütersloher Parkhäuser und Tiefgaragen. Unter den 13 Bewerbern, die auf die Ausschreibung reagiert haben, ist der Verband nicht mehr dabei.

Dafür allerdings die Stadtwerke Gütersloh (SWG) und die Tanzschule von Gerd Weissenberg. Während Weissenberg sein bereits vor zwei Jahren bekundetes Interesse an einem Kauf der Tiefgarage Kirchstraße bekräftigt, wollen die SWG die Parkhäuser nur betreiben, nicht aber kaufen. Sie verweisen auf die guten Vermarktungschancen, die der gemeinsame Betrieb von Parkhäusern und öffentlichem Personennahverkehr eröffnet. Im Rennen sind auch vier bundesweit tätige Parkhaus-Betreiber. Darunter der Branchenprimus »Apcoa Autoparking GmbH« aus Stuttgart, die mit der Unterhaltung von 220 000 Stellplätzen an 320 Standorten einen Jahresumsatz von zuletzt (2005) 129,7 Millionen Euro erzielte. Zu den von Apcoa betriebenen Projekten zählen unter anderem die Parkhäuser an den Flughäfen Berlin, Düsseldorf und Stuttgart. Die anderen Schwergewichte sind die Park Service Hüffner GmbH (Stuttgart), die Vinci-Parking-Service Deutschland GmbH (Berlin) und die Conti Park International (Berlin).

Der Gütersloher Einzelhandelsverbands-Vorsitzende Rainer Schorcht warnt vor einem Verkauf der Parkhäuser an die Riesen: »Dann drohen uns Preise von 2,50 Euro die Stunde.« Sein Verband habe stets nur Interesse am Betrieb eines Parkhauses gehabt, nicht aber am Kauf: »Darum haben wir uns nicht beworben.« Die Einzelhändler hätten die Gründung einer Betriebs-GmbH bevorzugt, in der sie gemeinsam mit der Stadt Gütersloh Anteile erworben hätten. »Auf diese Weise hätten wir Einfluss auf Öffnungszeiten und die Preisgestaltung nehmen können.« Doch in der Politik sei dieses Modell auf keine Resonanz gestoßen.
Von den 13 Bewerbern kündigt nur einer an, das gesamte Personal zu übernehmen, das derzeit in den Parkhäusern beschäftigt ist. Ein anderer würde zwei oder mehr Mitarbeiter übernehmen. Die Stadt will in den kommenden Wochen jedes Angebot in Einzelgesprächen ausloten. Sie sieht sich nicht gezwungen, die Parkhäuser zu verkaufen - auch ein Betreiber- oder Pachtmodell komme nach wie vor in Frage.

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